Weltweit erste Behandlung von Wirbelkörpermetastasen mit dem neuen STAR® Ablationssystem

30. Juni 2011

Erfolgreiche Therapie von Wirbelkörpertumoren

Mainz und San José, Kalifornien, im Juni 2011: DFINE Inc., Entwickler der minimalinvasiven Radiofrequenz-(RF-)Kyphoplastie zur gezielten Therapie von Wirbelkörperfrakturen (WKF), führt weltweit eine neue Methode – das STAR® Ablationssystem – ein. Erstmals wird das System in der Orthopädischen Klinik der Johannes Gutenberg Universität Mainz angewendet.

Im Rahmen einer Studie soll die Sicherheit und Wirksamkeit der Radiofrequenz-Ablation und Augmentation bei Patienten mit schmerzhaften Wirbelkörpermetastasen geprüft werden. Am 22. Juni startete in der Orthopädischen Universitätsklinik Mainz die sogenannte AbCT-Studie (Evaluation of Combined RF Ablation and Cement Delivery in Painful Tumors of the Spine) und umfasst insgesamt zehn Patienten.

„Die Ergebnisse dieser Studie werden wesentliche Informationen über die Wirksamkeit der Behandlung mit Radiofrequenz-Ablation bei Wirbelkörpermetastasen liefern“, sagt Professor Andreas Kurth, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik in Mainz. „Wir sind davon überzeugt, dass diese neue Behandlungsmethode, die gleichzeitig Tumoren behandelt und mit knochenschonender Kyphoplastie die Wirbelsäule wieder stabilisiert, essentiell zur Erhöhung der Lebensqualität der Patienten beiträgt.“

Das DFINE STAR® Ablationssystem (Spinal Tumor Ablation mit Radiofrequenzenergie) hat bereits die amerikanische Zulassung (FDA) als Medizinprodukt zur gezielten Therapie spinaler Tumoren durch Hitzeablation erhalten. Nach der systematischen Zerstörung des Tumors füllt das DFINE RF-Kyphoplastie-System den Defekt mit ultra-hochviskösem Zement auf. Etwa eine Stunde dauert die Gesamtoperation. Die gewonnenen Ergebnisse dienen der europäischen Zulassung.

„Das ist die erste prospektive Studie, die Radiofrequenz-Ablation zur palliativen Behandlung im Knochen anwendet“, sagt Kevin Mosher, Präsident von DFINE Inc; USA. „In diesem neuen Therapieverfahren vereinen wir unser technologisches Know-how für punktgenau navigierbare Instrumente mit dezidierten Kenntnissen der Wirksamkeit der Radiofrequenz-Energie und ultra-hochviskösen Knochenzementen. Damit schaffen wir einen Meilenstein in der Tumorbehandlung und einen großen Schritt in der Firmengeschichte.“

Allein in den USA entwickeln 13 Prozent (190.000 Fälle) der 1,5 Millionen Krebspatienten Wirbelsäulenmetastasen. Neben Schmerzmedikamenten wird bei solchen Tumoren heute meist externe Bestrahlung angewendet. Dieses Verfahren ist aber aufwendig und die Schmerzreduktion setzt nicht unmittelbar ein, zudem muss die Chemotherapie zur Bekämpfung des Primärtumors in dieser Zeit meist abgesetzt werden, um die Nebenwirkungen erträglich zu halten. Die gezielte, direkte Zerstörung der Wirbelkörpermetastasen und die anschließende Stabilisierung der Wirbelkörper bedeutet eine sofortige Schmerzreduktion für die Patienten, dadurch eine erhebliche Erhöhung der Lebensqualität und kein Aussetzen der überlebenswichtigen Therapie des Primärtumors.

Die Radiofrequenz-Ablation wurde nur durch die Verwendung eines gezielt steuerbaren Instrumentes möglich, womit die Energie exakt an die Stelle gelangt, die zerstört werden soll, und keine empfindlichen neuralen Strukturen gefährdet. „Die bisher angewendete konventionelle operative Entfernung der Metastasen ist unbefriedigend und die komplexe Anatomie der Wirbelsäule machte schonendere Verfahren bis dato unmöglich. Wir sind sicher, dass wir mit der minimalinvasiven, navigierbaren Radiofrequenz-Ablation die schnellstmögliche und effizienteste Schmerzreduktion erlangen können und zu einem signifikanten Fortschritt in der Behandlung dieser Patienten beitragen“, sagt Prof. Kurth abschließend.

Weitere Informationen unter www.unimedizin-mainz.de

Literatur:

"Annual Report to the Nation on the Status of Cancer, 1975-2007," Kohler, et al., JNCI, 2011.

“Treatment of Neoplastic Spinal Cord Compression: Results of a Prospective Study,” Sundaresan N, et al., Neurosurgery, 1991; 29(5): 645-650.

 “Spinal metastases with neurological manifestations,” Constans JP, et al., J Neurosurgery, 1983 Jul; 59(1): 111-8.

“Transthoracic vertebrectomy for metastatic spinal tumors,” Gokaslan ZL, et al., Journal of Neurosurgery, Oct 1998; 89(4): 599-609.

Kurzprofil

Die Klinik der Johannes Gutenberg Universität, mit mehr als 60 Fachkliniken, Instituten und Abteilungen ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Die orthopädische Universitätsklinik beschäftigt sich intensiv mit Tumorerkrankungen des Bewegungsapparates und ist eine der führenden orthopädisch-onkologischen Kliniken in Deutschland.

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