Die RFK hat sich als klinisch sehr wirksames Verfahren erwiesen, das der BKP bezüglich der lang anhaltenden Schmerzlinderung überlegen ist

12. Oktober 2011

R. Pflugmacher1, R. Bornemann1, E. M. W. Koch1, T. M. Randau1, J. Müller-Broich1, U. Lehmann1, O. Weber1, D. C. Wirtz1, K. Kabir1
1 Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Bonn

Zusammenfassung

Ziel: Für den statistischen Vergleich der Augmentationsverfahren Radiofrequenz-Kyphoplastie (RFK) und Ballon-Kyphoplastie (BKP) sollten die klinischen und radiologischen Daten von 2 größeren Patientengruppen herangezogen werden.

Material und Methoden: Im Rahmen der operativen Versorgung von Patienten mit konservativ therapieresistenten osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen wurde im Zeitraum von 2009 bis September 2010 eine prospektive Studie unter Anwendung der Radiofrequenz-Kyphoplastie durchgeführt. Als Messparameter für Wirksamkeit und Sicherheit wurden klinisch der Verlauf der Schmerzintensität mithilfe einer visuellen Analogskala (VAS 0 bis 100 mm) und des Oswestry-Disability-Scores (0-100 %) sowie radiologisch die Anhebung der mittleren und vorderen Teile des operierten Wirbelkörpers und zusätzlich die Verminderung des Kyphosewinkels nach der Operation und nach 6 Monaten sowie das Ausmaß an Zementextrusionen und die Operationsdauer ausgewertet. Dieser Gruppe wurde eine Gruppe mit gleicher Indikation und gleichen VAS-Ausgangswerten gegenübergestellt, für die zuvor die Ballon-Kyphoplastie (Kyphon®) als Augmentationsverfahren eingesetzt worden war.

Resultate: Für die Radiofrequenz-Kyphoplastie-Gruppe (RFK) wurden 114 Patienten eingeschlossen. Für die Ballon-Kyphoplastie-Gruppe (BKP) wurden 114 entsprechende Patienten nach dem Matched-Pair-Verfahren ausgewählt. Bei 48 % der RFK-Patienten und bei 44 % der BKP-Patienten wurden mehr als 1 Wirbelkörper (thorakal oder lumbal) behandelt. Als Ausgangswerte auf der VAS wurden in beiden Gruppen 84 mm berechnet. Der Rückgang der VAS-Werte betrug (RFK vs. BKP) unmittelbar nach der Operation 58,8 vs. 54,6 mm (p = 0,02) und nach 6 Monaten 73,0 vs. 59,2 mm (p < 0,001). In beiden Gruppen wurden nach 6 Monaten Verbesserungen des Oswestry-Scores registriert (Median: RFK: 44 und BKP: 48 Prozentpunkte), ohne dass ein statistisch signifikanter Unterschied gesichert werden konnte. In beiden Gruppen wurde der mittlere Teil der Wirbelkörper um durchschnittlich 3,1 mm angehoben. Die RFK bewirkte eine mittlere Abnahme des Kyphosewinkels um 4,4, die BKP um 3,8°. Ein entscheidender Unterschied zugunsten der Radiofrequenz-Kyphoplastie wurde bei den Zementaustritten festgestellt (6,1 % vs. 27,8 %; p < 0,0001). Der Unterschied in der Operationsdauer betrug 21,4 Minuten zugunsten der Radiofrequenz-Kyphoplastie (p < 0,001).

Schlussfolgerungen: Die RFK hat sich als klinisch sehr wirksames Verfahren erwiesen, das der BKP bezüglich der lang anhaltenden Schmerzlinderung überlegen ist. Hinsichtlich des Sicherheitsaspekts bietet die RFK den Vorteil eines gesichert geringeren Anteils an Zementextrusionen unter der Operation.

Link: https://www.thieme-connect.de/ejournals/abstract/zfo/doi/10.1055/s-0031-1280122

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