MDR Hauptsache gesund - Verbessertes Verfahren: die Radiofrequenzkyphoplastie

03. November 2011

Wirbelkörperbrüche sind eine gefürchtete Folge der Osteoporose. Durch die zerstörten "Stützpfeiler" in den Knochen werden die Segmente der Wirbelsäule instabil. Allein durch das Körpergewicht, das auf dem Rückgrat lastet, werden die Wirbelkörper regelrecht zusammengedrückt. Mit einer speziellen Operationsmethode kann man diesen Patienten helfen. Über einen winzigen Schnitt im Rücken wird der gebrochene Wirbel mit Knochenzement gefüllt und stabilisiert.

Diese sogenannte Kyphoplastie kommt seit Jahren zum Einsatz. Mediziner haben dieses Verfahren jetzt noch mehr verbessert, erläutert Dr. Philipp Bula, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Dresden Friedrichstadt: "Die Radiofrequenzkyphoplastie hat den Vorteil, dass der Zement lange zu verwenden ist. Das ist ein bisschen das Problem bei den anderen Verfahren. Da wird der Zement angemischt und man muss abwarten, bis er die richtige Konsistenz hat. Dann muss man ihn in kurzer Zeit verarbeiten, sonst wird er zu fest." Anders ist das bei der Radiofrequenzkyphoplastie. Hier wird der Zement in einem speziellen Gerät mit Energieimpulsen bestrahlt. Für den Ablauf der Operation hat das viele Vorteile, weiß Dr. Philipp Bula: "Der Zement ist in einer speziellen Vorrichtung. In diesem System wird die Masse, kurz bevor sie in den Wirbelkörper eingespritzt wird, mit einem Radiofrequenzimpuls, ähnlich wie bei einer Mikrowelle, erhitzt. Dadurch bekommt er seine sehr zähflüssigen Eigenschaften." Der Vorteil: Diese gummiartige Konsistenz bleibt über längere Zeit erhalten.

Der Zement wird mit einer speziellen Lanzette zielgenau in den gebrochenen Wirbelkörper eingebracht. Dort dringt er bis in die feinsten Knochenstrukturen ein, ohne sie zu schädigen und härtet schließlich aus. Die Operation dauert durchschnittlich 25 Minuten und hinterlässt nur eine kleine Narbe. Erst seit zwei Jahren ist die schonende Methode in Deutschland zugelassen. Darum gibt es auch noch keine Langzeiterfahrungen. Das weiß auch Dr. Bula, der dennoch zuversichlich ist: "Wir arbeiten daran. Aus der Erfahrung, die wir jetzt haben, kann man allerdings sagen, dass die Patienten nach der Operation genauso schmerzfrei sind wie es mit den bisherigen Verfahren auch der Fall war."

Quelle: MDR

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